JAEBS - Jugendamtselternbeirat Solingen

01.06.2016

Bericht über den Vortrag über Erste Hilfe am Kind vom 16.02.2016

Erste Hilfe mal anders

Wer kennt das nicht - ein Erste Hilfe Kurs als lästige Pflichtaufgabe, um den Führerschein zu erwerben. Da sitzt man dann in irgendwelchen Räumen mit weiteren unmotivierten Personen zusammen seine Zeit ab, um dann die Bescheinigung in der Hand zu halten. Manchmal springt dann aber doch ein kleiner Funke vom Referenten über und man versteht, warum das Thema eigentlich so wichtig ist. Vielleicht fanden deswegen am 16.02. um 19:00 Uhr nur ca. 50 Personen auf Einladung des JAEBS den Weg in die Kita Lucasstr. über das Thema „Erste Hilfe am Kind sowie mit dem Kind“ zu informieren.

Aber es war ein sehr kurzweiliger Abend, an dem trotz des ernsten Themas viel gelacht wurde. Mo Ghazaleh vom Institut ihelp2 hat eben nicht mit klassischen Themen wie "Notruf absetzen, Rettungskette" um Aufmerksamkeit gekämpft, sondern direkt auf Aktivität der Teilnehmer gesetzt. Jeder Teilnehmer wurde aufgefordert, seine Motivation zum Erscheinen zu nennen und sollte eine konkrete Frage zum Thema Erste Hilfe stellen, die Ihn beschäftigt. Auf die Motivation bzw. Frage wurde direkt eingegangen, z.T. mit einer gehörigen Portion Humor - oder aber mit Rückfragen, die so gestellt waren, dass man die Antworten selbst erarbeiten konnte.

Es stand immer auch im Fokus, warum in einer Situation wie gehandelt werden sollte. So ist es z.B. nicht sinnvoll bei einem Bienenstich den Stachel mit einer Pinzette herauszuziehen. Hintergrund ist, dass ein Bienenstachel wie eine Pipette aufgebaut ist und durch das Zusammendrücken des Stachels noch mehr Gift freigesetzt wird. Stattdessen sollte der Stachel entweder weggeschnipst oder ausgekratzt werden - z.B. mit einer Kreditkarte. Außerdem hätte man früher den Kindern beigebracht, dass man bei einer Wespe/Biene, die einen umkreist sagen soll: "sauer, sauer,sauer, sauer ...". Dies ist nicht mehr zeitgemäß! Heute müsste man eher ganz cool folgendes sagen: "Ej - was guckst Du, guckst Du immer noch?...".

An Hand des PECH-Prinzips (Pause, Eis, Compression, Hochlegen) konnte er eindrucksvoll erklären, wie man sich eine der Grundregeln bei Erste Hilfe Einsätzen merken kann.

Aus einem sehr traurigem Anlass (in Köln erstickte ein 3-jähriges Kind in einer Kita an einer Möhre) wurde auch auf Erstickungen und das Heimlich-Manöver eingegangen. Weitere Themen waren die Funktionsweise eines EpiPens, Schnittwunden, Platzwunden, Verbrennungen, Pseudokrupp sowie eine APP (Vergiftungsunfälle bei Kindern) vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Aus den Fragen wie und ab welchem Alter Kinder in das Thema eingebunden werden können, wurde eine intensive Diskussion. Kinder können bereits mit 4-5 Jahren lernen, wie man einen Notruf absetzt. Aber auch für uns Erwachsene ganz banale Dinge, wie z.B. dem Feuerwehrmann die Tür zu öffnen obwohl Mama und Papa verboten haben Fremde in die Wohnung zu lassen, können Kinder leisten. Seine Kurse mit Kindern hätten gezeigt, dass Kinder wesentlich weniger Berührungsängste mit dem Thema Erste Hilfe haben als Erwachsene. Sicherlich würde in solchen Kursen keine Schwerstverletzungen behandelt.

Es hatten noch nicht einmal die Hälfte der Teilnehmer eine Frage gestellt und die eingeplante Zeit von zwei Stunden war bereits um ca. 30 Minuten überschritten, ohne dass es jemand gemerkt hat. Nach Abschluss des Abends waren sich alle einig das dieses Thema doch sehr stiefmütterlich behandelt wird und auf diese lockere Art und Weise deutlich mehr Wissen vermittelt wurde als in den üblichen Erste Hilfe Kursen.

 

Abschließend gestatten Sie mir bitte noch zwei Fragen:

 

1.) Wann war übrigens Ihr letzter Erste Hilfe Kurs?

2.) Was wissen Sie noch über die Inhalte dieses Kurses?

 

Axel vom Stein, Elternbeiratsvorsitzender der Kita Grashüpfer e.V. und im Vorstand des JAEBS

Alle Mitteilungen anzeigen