JAEBS - Jugendamtselternbeirat Solingen

14.09.2016

Bericht über den Vortrag "Selbstbehauptung für Kinder"

Selbstbehauptung für Kinder

Am 08.06.2016 lud der JAEBS zu einem Vortrag in der Kita Fuhr ein, dem ca. 40 Eltern und Erzieher folgten.

Zunächst wurde darauf hingewiesen, dass selbstbewusste Kinder für uns Eltern durchaus als kritisch betrachtet werden müssen, da diese Kinder noch mehr Widerstand um das leidige Thema „Kinderzimmer aufräumen“ leisten werden. Mit dieser Einleitung hatte die Referentin Ira Treske, Inhaberin des Pazuru Kampfkunst- und Gesundheitszentrums die Lacher auf Ihrer Seite und begann über Ihre Erfahrungen zum Thema Selbstbehauptung im Kindesalltag zu berichten.

Neben diesem Hauptthema wurden auch Randthemen wie Umgang mit Fremden, Prävention sexueller Gewalt und Mobbing angeschnitten. Nach einer kurzen Einführung mit etwas Theorie und ein paar wenigen Fachbegriffen wie z.B. Resilienz*, Distanzzonen (Ansprache-, Persönlichkeits-, Intimdistanz), Mobbingrollen (Tyrann, Opfer, Publikum), wurden viele Tipps zu den Themen gegeben.

So kann auch im Bereich der Selbstbehauptung ein Ampelprinzip herangezogen werden, in dem Grün für das Erkennen von Gefahren, sowie der Prävention und hören auf die eigenen Gefühle steht. Gelb signalisiert die Aufgabe sich selbst zu behaupten und ggf. Hilfe zu holen. Die Phase Rot betrifft dann die Selbstverteidigung.

Unsichere Situationen kommen immer wieder einmal vor. Anhand von drei kleinen Fragen können Kinder bei der Einschätzung der Situation unterstützt werden. Wenn auch nur eine der Fragen mit Nein beantwortet wird, dann liegt eine unsichere Situation vor:

Die 3 Fragen für „unsichere Situationen“:

  1. Habe ich ein Ja- oder Nein-Gefühl?

  2. Weiß jemand wo ich bin?

  3. Bekomme ich Hilfe, wenn ich Hilfe brauche?

Einige der weiteren Botschaften an diesem Abend seien hier exemplarisch aufgeführt:

  1. Hinter jedem Verhalten eines Kindes steckt ein Sinn

  2. Schatzsuche – statt Fehlersuche

  3. Es gibt gute und schlechte Bauchgefühle

  4. Erfolge verbalisieren statt loben

  5. Die stärkste Waffe eines Kindes ist seine Stimme (oh ja …)

Dass Frau Treske sich intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzt, unterstrich Sie durch einen ganzen Koffer mit Büchern, die sich die Zuhörer ansehen konnten. Es war ein kurzweiliger Vortrag, der mit Sicherheit viele Teilnehmer zur Vertiefung dieser Themen angeregt hat.

Ein paar der vorgestellten Bücher:

  • Christa Manske: Ein Dino zeigt Gefühle

  • Brigitte Kolloch und Elisabeth Zöller: Ich will mutig sein

  • Jan De Kinder: Tomatenrot (oder Mobben macht traurig)

  • Manuela Olten: Wenn Lisa wütend ist

  • Dagmar Geisler: Ich geh doch nicht verloren!

  • Dagmar Geisler: Wohin mit meiner Wut?

  • Dagmar Geisler: Manchmal gibt es einfach Streit

Text: Axel vom Stein

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